Kirche Pörtschach Katholische Kirche Pörtschach, Kirchplatz 9
Entwurf Architekt Josef Victor Fuchs, 1904-1906
Einweihung der neuen Pfarrkirche zu Pörtschach, 1906 "Am vergangenen Sonntag fand in der neuen Kirche St. Johann zu Pörtschach am Wörthersee der erste Gottesdienst, ein feierliches Hochamt mit Tedeum, unter großer Assistenz statt. Die Orgel, ein wertvolles Geschenk des Wiener Advokaten Herrn Dr. Karl Kumpfmüller und Frau, spielte Professor Kainradl. Als Festgäste erschienen Landesregierungsrat Ritter v. Grabmayr und Landesregierungssrat v. Barach aus Klagenfurt, der Bürgermeister Rapatz mit den Gemeinderäten Lessiak und Werzer, viele Villenbesitzer Pörtschachs usw.
Die neue Kirche, ein Werk des Architekten Josef Viktor Fuchs in Pörtschach, wurde meist aus freiwilligen Beiträgen von Gönnern des Kurortes hergestellt und erhebt sich an der Stelle des früheren Kirchleins." (Quelle: Anno, Neues Wiener Journal 10.10.1906)
Ansicht Sued-West
Zwischen 1904 und 1906 wurde die Kirsche nach Plänen von Josef Viktor
Fuchs vergrößert und neu gestaltet. Der mittelgroße Bau
zeigt Neorenaissanceformen (einzigartige für Kärnten), mit
Pilastergliederung, Archivolten (bogenförmige Rahmungen von Fenstern
oder Nischen), Steinfiguren von Konrad Campidell und einem markanten
Fassadenturm mit rundbogigen Schallfenstern (für den Austritt von
Schall), Spitzgiebeln und Zwiebelhelm.
Die farbige Fassadengestaltung stammt aus dieser Zeit. Das
dreischiffige Langhaus besitzt eine tonnengewölbte Decke mit
Stuckfeldern und biblischen Malereien, Emporen in den Seitenschiffen
sowie eine dreiachsige Orgelempore. Figürliche Chorfenster entstanden
1905.
Ansicht Nord-West
Klagenfurt, 10. October 1891
"Der Thurmeinsturz in Pörtschach. Die gestern in Angelegenheit des Kirchthurmeinsturzes in Pörtschach vor dem hiesigen Bezirksgerichte geführte Verhandlung endete mit dem Freispruche der Angeklagten, Architekten Fuchs und Baumeister Missoni, wogegen die Verhandlung gegen den Bürgermeister von Pörtschach Georg Semmelrock, wegen dessen Erkrankung vertagt werden mußte.
Die Sachverständigen erklärten, daß die Ursache des Einsturzes in der inhomogenen Gewölbeconstruction, vorwiegend aber in dem langen Regen zu suchen sei, ohne welchen sich die Katastrophe vielleicht gar nicht ereignet hätte. Die Constructionfehler können aber auch von Arbeitern verschuldet worden sein, wofür weder der Architekt noch der Baumeister verantwortlich gemacht werden können, weil die Ueberwachung der Arbeit Sache des Poliers sei. Der Staatsanwalt meldete gegen den Freispruch sofort die Nichtigkeits- und Berufung an und ersuchte, die Acten dem Landesgerichte abzutreten. Der verunglückte Lucas Rathb war bei der Verhandlung als schon genesen anwesend." (Quelle Anno: Die Presse, 13.10.1891)

Ansicht Nord
Fassaden Detail 1
Fassaden Detail 2
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