Karl Haybäck

Karl Haybäck wurde 1861 in Preßburg (Bratislava) als Sohn eines renommierten Zimmermeisters geboren und verstarb 1926 in Wien im Alter von 65 Jahren. Er etablierte sich rasch zu einem der produktivsten Architekten seiner Zeit und wurde ein bedeutender Vertreter der Wiener Sezession. 1885 erhielt er ein dreijähriges Stipendium vom ungarischen Staat an der  Akademie der bildenden Künste in Wien und absolvierte die Meisterklasse von Architekt Carl von Hasenauer. Er prägte mit seinen Entwürfen insbesondere die Architektur in Wien, Karlsbad, Gießhübel-Sauerbrunn und Kärnten. Nach seiner Heirat 1889 mit Raphaela „Ella“ Trotter, der Enkeltochter des Bürgermeisters von Karlsbad entwarf er mehrere Hotels in diesem bedeutenden Kurort der Habsburger Monarchie. Für den Großindustriellen Heinrich von Mattoni, der mit der Schwester seiner Schwiegermutter verheiratet war, wurde er der Hausarchitekt und baute ab 1890 im Kurort Giesshübel-Sauerbrunn (Kyselka,CZ) Villen, Hotels, den Quellentempel, Abfüllhalle und die Trinkhalle.

Für Klagenfurt und den Wörthersee war der Architekt Haybäck insbesondere zur Zeit der Jahrhundertwende von großer Bedeutung. Gemeinsam mit dem Stadtbaumeister Franz Madile schuf er einige der schönsten Villen der Region. 
In Kärnten wurde er bereits früh tätig. 1890, im Alter von 29 Jahren, plante er die Villa Kazetl in Klagenfurt, ausgeführt von Franz Madile. Die Villa befand sich in der in der Jesernigstraße, damaligen Prachtstraße nahe dem Konzerthaus, wurde jedoch im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer zerstört. Ebenfalls 1890 entstand die Villa Vogelberg in Krumpendorf, möglicherweise Haybäcks erste Villa am Wörthersee. Ein neu entdeckter Ausführungsplan mit seiner Unterschrift belegt seine Urheberschaft. Erbaut wurde Sie ebenfalls von Baumeister Madile.
Besonders hervorzuheben ist seine eigene Villa, die Villa Haybäck in Krumpendorf am Wörthersee, die er 1902 für sich seine Frau Ella und die vier Kinder errichten ließ. Dieses Haus gilt als Musterbeispiel für einen Stil, der regionale Traditionen der Holzarchitektur mit Elementen des Jugendstils verbindet – ein charakteristischer Mix, wie ihn Haybäck meisterhaft entwickelte. Auch die Innengestaltung, von Türgriffen bis zu Lampen und Möbeln, stammt aus seiner Hand. 

Zu Beginn seiner Laufbahn entwarf Haybäck Bauten im Stil des Historismus. Danach orientierte er sich an der sogenannten „altdeutschen“ Richtung und greift auf Formen der deutschen Renaissance zurück. In seinem späteren Werk ist eine weitere Entwicklung erkennbar, bei der historistische Elemente mit Einflüssen des Jugendstils und des Heimatstils kombiniert werden. 
Diese stilistische Mischung verleiht seinen Bauten bis heute eine besondere charakteristische Eigenständigkeit.

Haybäck wurde ebenfalls zu einem anerkannten Spezialisten im Bau von Kur- und Heilanstalten und realisierte zahlreiche Einrichtungen in Gießhübel-Sauerbrunn, Baden bei Wien, Lassnitzhöhe, Graz, Perchtoldsdorf, Weyer, Mariagrün, Maiernigg und Pörtschach.

Villen am Wörthersee - In Pörtschach errichtete er die Villa Seehof für Dr. Latin und die Kaltwasser Heilanstalt Dr. Weiss.

In Sekirn erbaute er den Klingnerhof und die Villa Max in der Kuranstalt Etablissement Maiernigg. In Klagenfurt Bahnhofhotel Müllner, Stadtvilla Kazetl, Stadtvilla Madile, Eckhaus Suppan Alter Platz,  mehrere Mietshäuser in der Bahnhofstraße und Koschatstraße sowie das Geschäftshaus des Juweliers Kern.

In Krumpendorf entstanden unter anderen die Villa Vogelberg, Villa Themau, Villa Tambour, Villa Johanna sowie die Villa Haybäck. 

Architekt Karl Haybäck hat wunderbare Spuren hinterlassen - mit seinen Villen und Gebäuden das Erscheinungsbild von Klagenfurt und der Wörthersee-Region entscheidend mitgeprägt und Bauwerke entworfen, die heute als herausragende Beispiele der sogenannten Wörthersee-Architektur gelten.